Blutegel-Therapie - Heilung mit Tier-Sekreten

Blutegl gehören zu den ältesten Heilmitteln, die wir aus der Medizin kennen. Heutzutage wird er in Blutegelzuchtstationen gezüchtet und wartet auf seinen Einsatz bei Mensch und Tier. Durch die Aufzucht in Blutegelfarmen ist zudem sichergestellt, dass die Blutegel steril und somit für den medizinischen Einsatz geeignet sind.

Typische Anwendungsgebiete:

- chronisch degenerative Prozesse, wie Spat, Schale oder andere Arthrosen

- Arthritis

- Hufrehe

- Hufrollenentzündung

- Sehnenschäden und Sehnenscheidenentzündungen

- Ödeme

- Biss- und Trittverletzungen

- andere Verletzungen, auch nach chirurgischer Versorgung

- Hämatome

- schlecht heilende Wunden

- Narbenheilung

Was passiert bei einer Behandlung?

Der Therapeut sucht die zu behandelnden Stellen aus. Es werden meist mehrere Blutegel rund um die ausgewählte Stelle angesetzt.

Beim Ansetzen des Blutegels passiert folgendes:

Der Blutegel "sprüht" einen "Weichmacher" auf die Haut, der die Poren öffnen soll. Mit seinen Zahnfeilen (die im Kopf des Blutegels untergebracht sind) dringt der Egel in die Haut ein. Dann gibt er seinen Speichel in die Öffnung. Das Ganze ist für den Patienten nicht schmerzhafter als ein Mückenstich.

Während des Saugens scheidet der Blutegel ein Sekret in die Wunde ab. Dieses enthält unter anderem eine Substanz, die die Blutgefäße erweitern.

Für die Medizin so interessant wird der Egel durch die vielen Wirkstoffe seines Speichels. Dieser Wirkstoffcocktail, der durch den Biss in die Wunde injiziert wird, besteht aus unterschiedlichen Substanzen z.B. Hirudin, Bdelline, Apyrase, Kollagenase, Egline und eine histaminähnliche Substanz. Dieser Wirkstoffcocktail wirkt unter anderem entzündungshemmend, gerinnungshemmend und schmerzstillend.

Dass der Egel ein Sekret in den Körper abgibt ist der entscheidende Unterschied zu den anderen blutentziehenden Maßnahmen (z. B. Aderlass, blutiges Schröpfen).

Durch diese Wirkstoffe wird das Blut verflüssigt, es kann leichter und schneller fließen, es kommt mehr Sauerstoff in das geschädigte Gebiet, Staugebiete werden abgebaut und Schlackenstoffe schneller abgeleitet.

Nach 20 Minuten bis 2 Stunden ist der Egel gesättigt und lässt los. Ein Tier nimmt ca. 10 bis 20 ml Blut auf, daher wird diese Therapieform oft auch als "Mini-Aderlass" bezeichnet. Über die Anzahl der Blutegel, die "gesetzt" werden, entscheidet der Therapeut. In der Regel werden 2-10 Tiere eingesetzt.

Ein Nachbluten ist erwünscht und sollte nicht unterbunden werden, denn es erhöht die Wirksamkeit der Blutegeltherapie und hat eine entstauende Wirkung. Außerdem wird dabei die Wunde von Keimen befreit. Das Nachbluten selbst dauert in der Regel bis zu 12 Stunden. Am Tage der Blutegeltherapie sollte der Patient körperliche Anstrengung vermeiden. Die Wunden sollten in den nächsten Tagen bis zur Verheilung kontrolliert werden.